Atemschutz


     

 

 

LM Mario MELLAUNER

Atemschutzbeauftragter      

       

 

 

OFM Gabriel HUTTER

Atemschutzbeauftragter Gehilfe      

Das Atemschutzgerät ist für die Feuerwehr das wichtigste Spezialgerät bei der Brandbekämpfung
oder bei Einsätzen mit gefährlichen Stoffen!
Deshalb wird das Thema besonders geschult und bringt für die Sachgebietsleiter besonders viel Arbeit mit sich.
Ein solches Gerät erlaubt es einen ATS-Geräteträger ca. 30 min in einer sauerstoffarmen Umgebung zu arbeiten.
In einer 6,8l Pressluftflasche befinden sich unter 300 bar zusammengepresst ca. 1850 Liter Luft.

Sofort nach der Pressluftflasche wird der Druck auf ca. 5 - 8 bar verringert.
Erst beim Lungenautomaten wird der Druck zum Einatmen auf ca. 4 mbar reduziert.
Der Lungenautomat (roter Punkt am Bild) regelt den Luftbedarf je nachdem wie viel
der Geräteträger benötigt. Dieser wird an die Atemschutzmaske angeschlossen.

blau
ATS Gerät 300 bar, mit
Normaldruck - Lungenautomat


Bei der FF Steinach werden zwei verschiedene Ausführungen des Lungenautomaten und
der Masken verwendet: Überdruck und Normaldruck.

200

Beim System Überdruck wird der Lungenautomat (rot) an die Maske angesteckt. Im Innenraum der Maske wird ein Überdruck von 4 bar aufgebaut.

Dieser Überdruck wird für die Sicherheit des ATS-Trägers benötigt: Sollte die Maske nicht dicht auf der Haut anliegen, strömt Luft durch die undichte Stelle und verhindert, dass Rauch oder Gase in die Maske eindringt.

   
normal

Der Normaldrucklungenautomat (blau) wird an die Normaldruckmaske angeschraubt.
Das System Normaldruck wird bei den gasdichten Schutzanzügen benötigt:

Sollte hier eine undichte Stelle entstehen, strömt zuviel Luft in den Schutzanzug und verringert dabei die Einsatzdauer erheblich. Da im Inneren des Anzuges keine giftigen Gase sind, wird die „Sicherheitseinrichtung“ Überdruck nicht benötigt.


flucht

Neben diesen umluftunabhängingen Atemschutz gehört auch eine sogenannte Fluchthaube zur Ausrüstung eines Atemschutztrupps.

Dieses Filtergerät wird den zu rettenden Personen einfach über den Kopf gestreift und damit wird eine Rauchgasvergiftung beim Rettungsvorgang verhindert.


Jeder interessierte Feuerwehrmann der Atemschutzgeräteträger werden will, muss sich einer speziellen Untersuchung unterziehen. Dabei wird besonders das Herzkreislaufsystem unter die Lupe genommen, da bei Übungen und vor allem bei Einsätzen bis zur Leistungsgrenze gegangen wird.
Diese Untersuchung muss alle 3 Jahre und ab dem 50 Lebensjahr jährlich wiederholt werden.
Erst wenn die körperliche Eignung getestet wurde, kann man den Atemschutzlehrgang an der Landesfeuerwehrschule besuchen. Dort lernt man nicht nur die Atemschutzgeräte kennen, sondern auch verschiedene Löschtaktiken, sowie Gefahren, die bei einem ATS-Einsatz auftreten können.
Erst wenn dieser Lehrgang positiv abgeschlossen wurde, ist man ein Atemschutzgeräteträger.

200 Ausgerüsteter Atemschutzträger
   
ats2  

Danach ist man verpflichtet jedes Jahr mindestens 2x bei einer Übung das Gerät zu benützen.
Wenn diese Übungen nicht absolviert werden, gilt man nicht mehr als ATS-Geräteträger!
Es werden auch zweimal im Jahr theoretische Schulungen in der eigenen Feuerwehr abgehalten und spezifisch werden Heißübungen an der Landesfeuerwehrschule besucht.

Nebenbei kann man auch bei ATS-Leistungsbewerben in 3 Leistungsstufen – Bronze, Silber und Gold - im Abstand von jeweils 2 Jahren teilnehmen und dabei seinen Wissensstand auffrischen und vertiefen.

Die psychische Belastbarkeit darf man auch nicht vergessen und ist auch nicht zu unterschätzen. Wenn Sie Ihre Augen schließen wissen Sie, was ein ATS-Geräteträger bei einem Einsatz sieht. Meist nützt auch die Taschenlampe nichts, eher im Gegenteil: bei dichter Verrauchung  blendet diese.
Damit diese schweren Bedingungen erleichtert werden, besitzt die FF Steinach
eine Wärmebildkamera. Diese Kamera macht die Wärmestrahlung von allen Gegenständen, besonders aber von Personen und vom Brandherd sichtbar.
Diese Bilder können auch auf den Bildschirm im GGF übertragen werden.

waerme Wärmebildkamera

Grüner Knopf: EIN AUS
Gelber Knopf: Sleep Funktion
Schwarzer Knopf: Fernübertragung
   
wb2

Bei diesem gestellten Küchenbrand sieht man die bewusstlose Person und darüber den Brandherd.


Damit die Atemschutzträger bei einem Gebäudebrand nicht auf sich alleine gestellt sind,
werden diese mehrfach überwacht.

tot

Totmannwarngerät

Der ATS-Träger hat auf seinem ATS-Gerät den Totmannwarner fix montiert.

Sollte der Mann sich in Schwierigkeiten befinden, kann er diesen händisch auslösen und es ertönt ein lautes Signal (>98dBA). Dieses Signal wird ebenso nach wenigen Sekunden ausgelöst, wenn der Geräteträger das Bewusstsein verliert und sich nicht mehr bewegt oder sich zu lange in einer zu heißen Umgebung aufhält (6 Minuten bei 195°C)

Zur Überwachung gehört auch der Atemschutzfunk. Damit kann man die aktuelle Situation bekanntgeben: Luftverbrauch, ob man Hilfe benötigt oder den Brandherd gefunden hat usw.

ueber

Mit der Atemschutz- überwachungstafel können bis zu 3 Trupps zu je 3 ATS-Träger zeitlich überwacht werden.
Nach Ablauf einer eingestellten Zeit ertönt ein Warnsignal.
Spätestens jetzt muss über den Atemschutzfunk nachgefragt werden, wieviel der eingesetzte ATS-Trupp noch Luftreserven in den Pressluftflaschen besitzt.

Es werden auch die Abläufe zeitlich protokolliert, wie das Betreten des Gebäudes oder das Finden von Personen.

All diese Punkte müssen der Beauftragte beachten und kontrollieren.
Damit jedoch nicht genug.
Nach jeder Übung und nach jedem Einsatz müssen sie kontrollieren, dass die Einsatzbereitschaft der Geräte wiederhergestellt wird.
Sie müssen auch die Maske nach jeder Benützung überprüfen.
Ebenso müssen die Beauftragten periodisch die Geräte und Reserveflaschen überprüfen und dafür sorgen, dass diese ihre Hauptprüfung (Bezirksfeuerwehrverband, TÜV…) erhalten.

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