Chronik

Chronik

Der Chronist der Feuerwehr Steinach:

Kommerzialrat Hans STOCKHAMMER, geboren am 29. August 1912 in Steinach, führte seit 1968 die Gemeindechronik und fotografierte seit 1928 größere Ereignisse und Veränderungen in Steinach. Kommerzialrat STOCKHAMMER interessierte sich bereits in jungen Jahren für die Geschehnisse in der Gemeinde Steinach und hielt viele historisch bedeutsame Ereignisse mit seiner Kamera fest. Als Gemeindechronist verfügte er auch über die meisten Informationen, die Geschichte der Feuerwehr Steinach betreffend. In unzähligen Arbeitsstunden verarbeitete er seine Unterlagen und jene aus der Steinacher Gemeindechronik, sowie die gesammelten Dokumente der Feuerwehr Steinach. Sein Werk beginnt mit der Gründung der Feuerwehr im Jahr 1878 und endet im Jahr 1993. Ab diesem Zeitpunkt wurde die Chronik von Schriftführer Burkhard KREUTZ fortgesetzt. Kommerzialrat STOCKHAMMER gilt der besondere Dank der örtlichen Feuerwehr für das bleibende Werk, dass er geschaffen und für die Nachwelt hinterlassen hat.

 

Gliederung:

Die Einteilung der Chronik wird in interessante Zeitepochen gegliedert.

Bereits 1836 wurde der Gemeinde Steinach von der kaiserlichen und königlichen Bezirkshauptmannschaft Innsbruck eine Feuerlöschordnung vorgeschrieben. Als für die Vollziehung verantworlich wurden der Gemeindevorsteher (Bürgermeister) und der erste und zweite „Gemeinderath“ (Vizebürgermeister) bestellt. Auch eine tragbare und fahrbahre Feuerspritze waren vorhanden.

Die Handpumpe der FF St. Jodok, Ortsgruppe Stafflach

Beim großen Brand von Steinach von 17. Jänner 1853, dem der Großteil des Ortes zum Opfer fiel, waren die zwei Spritzen – allerdings aussichtslos – im Einsatz, wie der Gerichtsschreiber als Augenzeuge die tragischen Geschehnisse dieser Nacht niederschrieb. Die ebenfalls herbeigeeilten Matreier konnten mit ihrer Feuerspritze lediglich die letzten beiden Häuser am Nordende Steinachs vor den Flammen retten. Durch dieses Unglück aufgeschreckt zeigte man sich in der Gemeinde um eine Verbesserung des örtlichen Löschwesens besorgt. Aus dem Gemeinderatsprotokoll vom 14. Juni 1863 ist zu entnehmen, dass Feuerspritzen und Feuerlöschrequisiten, die in der Zwischenzeit angekauft wurden, wieder reparaturbedürftig seien und sofort wieder instandgesetzt werden müssen. Am 23. Dezember 1863 beschloss der Gemeinderat das sogenannte „Schnepfenhaus“ (der heutige Zubau zum alten Auerhaus) als Armenhaus anzukaufen und ebenerdig möglichst bald ein Spritzenmagazin für alle Löschrequisiten einzurichten. 1865 wurde eine neue Saugspritze ohne Kasten mit zwei Druckausgängen bei der Firma Graßmayr in Innsbruck angekauft. In der Gemeinderatssitzung am 8. März 1872 wird ausführlich über den Brand im Hause des Simon Renzler (Haus Nr. 12 in Siegreith) diskutiert und der damalige Gemeindevorsteher Johann KOLB, der selbst am Brandplatz anwesend war, schilderte, dass nur der Umstand, dass vor dem Hause spielende Kinder das Entstehen des Feuers am Dach entdeckten und sofort laut zu schreien begannen, eine größere Katastrophe verhinderte. Durch Aufreißen des Schindldaches durch beherzte Männer – es war gerade Mittagszeit – konnte der Brand lokalisiert werden und es brannte nur das Dachgebälk ab. Als Ursache des Feuers wurde Funkenflug aus dem Kamin festgestellt und daraufhin der Kaminkehrer ernstlich ermahnt, die Kamine in Zukunft besser zu kehren. In der Gemeinderatssitzung am 14. April 1878 spricht der Gemeindevorsteher Franz CAMMERLANDER vom völlig unzureichenden Zustand des Löschwesens im Orte und der ganze Gemeinderat teilte seine Sorgen. Eine neue Feuerspritze würde 800 Gulden kosten und der „Wilder Mann – Wirt“ Josef HÖRTNAGL wird ersucht in Ankaufsverhandlungen mit der Firma GRAßMAYR in Innsbruck einzutreten. Man müsse aber auch daran denken, eine Feuerwehr wie sie in etlichen größeren Orten bereits besteht, zu gründen. Unter dem inzwischen neu gewählten Ortsvorsteher Johann PLATTNER kommt es zur Bildung eines vorbereitenden Komitees zur Gründung der „Freiwilligen Feuerwehr von Steinach“. Diesem Komitee gehörten an: Der Gemeindevorsteher Johann PLATTNER und die Herren Johann HOLZMANN, Josef HÖRTNAGL, Thomas AUER und Andrä GRABER. Es wurden nun die Statuten erarbeitet und der k.u.k. Bezirkshauptmannschaft zur Genehmigung vorgelegt. Erst nach zweimaligen Abänderungen seitens der Behörde konnten sie gedruckt werden. Zum Obmann des Komitees wurde Josef HÖRTNAGL, der Wirt vom Wilden Mann, gewählt. Seine erste Arbeit war eine Sammlung unter allen Ortsbewohnern durchführen zu lassen um Geldmittel für die inzwischen bestellte neue Feuerspritze zu erlangen. Am 12. November 1878 übergab er dem Gemeindevorsteher Johann PLATTNER einen Betrag von 100 Gulden als Sammelergebnis. Dieser Betrag wurde sofort für die neue Spritze an die Firma GRAßMAYR in Wilten überwiesen. Weitere Sammlungen bis Jahresende 1879 erbrachten insgesamt 291 Gulden im Dorf, 10 Gulden von Siegreith, Stafflach und Plon, 10 Gulden von Mauern und 50 Gulden von der Firma RHOMBERG in Innsbruck. 100 Gulden davon wurden als weitere Teilzahlung an die Firma GRAßMAYR überwiesen. Die zum 31.März 1880 erstellte erste Jahresrechnung der Freiwilligen Feuerwehr Steinach von Obmann Josef HÖRTNAGL weist Einnahmen und Ausgaben im Gesamtbetrag von 364 Gulden und 37 Kreuzern auf. Außer den 200 Gulden für die Spritze wurden 60 Meter Schläuche, ein Requisitenwagen und eine Hakenleiter gekauft. Für diese Ausgaben liegen die quittierten Rechnungen noch vor.

Die Rechnung von 1880

In der Gemeinderatssitzung vom 25. Mai 1879 wurden vier Ausschußmitglieder in das neue Feuerwehrkommando entsandt: Franz CAMMERLANDER, Johann HÖRTNAGL, Thomas HÖRTNAGL von Stafflach und Johann SPÖRR von Mauern. Etwas später wurde Schmiedemeister Andrä GRABER als Fachmann in das Kommando entsandt. Im Bestreben, genügend Löschwasser für einen Brandfall zu haben, kaufte der Gemeinderat mehrere Unterflurhydranten über einstimmigen Beschluss in der Sitzung am 18. April 1881. Über Auftrag der k.u.k. Bezirkshauptmannschaft erging an diese Meldung, dass die Steinacher Freiwillige Feuerwehr mit Stand vom 07. März 1882, 96 Mitglieder hat und seit 1879 besteht, Neuanschaffungen um 376 Gulden tätigte und das gesamte Inventar einen Wert von 2.595 Gulden und 42 Kreuzer hat, unterschrieben vom Kommandanten Johann HOLZMANN. Damit war die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Steinach vollzogen worden.
Die Feuerwehr Steinach von 1878 bis zum Ersten Weltkrieg 1884 erging von der k.u.k. Bezirkshauptmannschaft der Auftrag an die Gemeinde Steinach in Zukunft die jährlichen Feuerbeschauen nur mehr unter Beiziehung von Sachverständigen der Oberleitung der Feuerwehr vorzunehmen. 1885 am 17.Jänner wurde die erste Generalversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Steinach abgehalten. Für diese Versammlung und für alle folgenden wurde der 17. Jänner als Jahrestag zur Erinnerung an den großen Brand in Steinach vom 17. Jänner 1853 festgelegt. Am 20. Jänner fasste die Kommandantschaft der Freiwilligen Feuerwehr Steinach den Beschluss, eine zweite, größere Schubleiter anzuschaffen. Neben diesem Beschluss stand da noch folgendes geschrieben: „Wer mit welchen Geräthen bei auswärtigen Bränden auszurücken hat und wer als Reserve im Ort bleiben muss. Für Sonntag, den 25. Jänner 1885 um 1/2 3 Uhr haben sich Kommandantschaft und alle Rottenführer im Requisitemagazin einzufinden zwecks Belehrung über die ihnen zugewiesenen Instrumente. Diese haben dann ihre eigenen Mannschaften abzurichten und zu instruieren, sowie nach Thunlichkeit so oft als möglich Abtheilungsübungen abzuhalten und Meldung darüber zu erstatten. Am 8. Februar findet um 8 Uhr abends im Wilden Mann ein Feuerwehrkränzchen statt, wozu die Mitglieder des Vereines in Tuxer und Kappe zu erscheinen haben.“ 1887 am 1. Jänner schien in der Jahresabrechnung für das Jahr 1886 erstmals ein Ausgabenbeleg für ein Grabkranz auf, hier für das verstorbene Vereinsmitglied Franz WESSIACK. 1889 wird bei einer Generalversammlung bezüglich der Alarmierung der Freiwilligen Feuerwehr Steinach im Brandfall festgelegt, dass die Hornisten den Alarm durch die Straßen zu blasen haben und mit den Kirchenglocken Sturm zu läuten ist. Mit der großen Glocke beginnend bedeutet, dass der Brand im Ort ausgebrochen ist, mit der kleinen Glocke beginnend, Brand in einer Fraktion oder dass ein Nachbarort um Hilfe ersucht. 1895 wird bei einer Großversammlung vom Feuerwehrkommandanten Johann PLATTNER und dem Kassier Johann Paul CAMMERLANDER der Rechenschaftsbericht für die Jahre 1890 bis 1894 vorgetragen. Warum in den vorangegangenen fünf Jahren die jährliche Generalversammlung nicht abgehalten wurde ist nirgends vermerkt. Es dürfte in dieser Zeit jedoch zu mehreren Brandeinsätzen gekommen sein, weil für Petroleum und Kerzen sowie für kleinere Reparaturen an den Spritzen verschiedene Rechnungen vorliegen. Ebenfalls im Jahr 1895 trat die Freiwillige Feuerwehr Steinach dem Bezirksfeuerwehrverband bei. 1897 wird bei der Generalversammlung Josef PEER, Jörgelewirt in Innsbruck und Besitzer des neu erbauten Gasthofes Bendelstein in Mauern die Ehrenmitgliedschaft der Feuerwehr Steinach verliehen und ein Ehrendiplom überreicht. 1898 ist dem Rechenschaftsbericht der Generalversammlung zu entnehmen, dass den fünf Ploner Bauern Feuerlöschschläuche samt Mundstück übergeben wurden, unter der Verpflichtung, dort Proben abzuhalten und einen Betrag von 60 Gulden (die Hälfte der Kosten) an die Feuerwehr zurückzuerstatten. Weiters wurde ein neues Signalhorn um 3 Gulden in Prag angekauft. 1899 tritt Johann PLATTNER als Mitglied dem Ausschuss des Bezirks-Feuerwehrverbandes bei. 1900 am 01. Juli wurde der Feuerwehrgautag in Steinach abgehalten. Ein Kasperltheater und ein Feuerwerk trugen zur feierlichen Gestaltung bei. Für diese Veranstaltung wurden 110 Liter Bier zu 16 Kreuzern, 30 Halbe Wein zu 20 Kreuzern, 60 Würstel zu sechs Kreuzern und 60 Brote zu 5 Kreuzern gekauft. Insgesamt nahmen 49 Wehren des Bezirksverbandes teil. (Wie die 60 Würstel auf die 49 Wehren aufgeteilt wurden, sagt die Chronik leider nicht aus) Im gleichen Jahr wurde der Steigturm der Feuerwehr (zum Trocknen der Schläuche) durch einen orkanartigen Sturm umgerissen und von der Gemeinde neu erstellt. Gleichzeitig wurde im Gemeinderat beschlossen, dass bei Neubauten nur mehr feuersichere Dächer zugelassen werden. Etliche Kaminbrände scheinen durch Fahrlässigkeit des Kaminkehrers ausgebrochen zu sein. Nach einem weiteren Kaminbrand, der auf das Verschulden des Kaminkehrers Bernhard TROGER zurückzuführen war, wurde dieser mit 5 Gulden bestraft. Ebenfalls im Jahre 1900 komponierte Kapellmeister Franz WESSIACK, damals zugleich aktiver Feuerwehrmann, den „Steinacher Feuerwehrmarsch“, der auch bei Festlichkeiten der Feuerwehr von der Musikkapelle Steinach gespielt wurde. 1906 am 16. September wurde eine Versammlung unter Vorsitz des Bürgermeisters Franz Hörtnagl und des Feuerwehrhauptmannes Hermann HÖRTNAGL zur Gründung eines Feuerwehrzugs in der Fraktion Mauern abgehalten. Dabei wurden Josef PEER (Fidler) zum Zugskommandanten, Alois KNOFLACH zum dessen Stellvertreter, Josef HÖRTNAGL zum Magazineur und Alois STRICKNER als Hydrantenmeister gewählt. Auf Antrag des Steinacher Feurerwehrkommandos kaufte die Gemeinde neue Oberflurhydranten und stellte solche auch in Mauern auf. Von der Fraktion Mauern wurden 100 Kronen gesammelt und der Steinacher Feuerwehr zur Bereitstellung von Ausrüstungsmaterial übergeben. Den Bau des Magazines übernahm Mauern auf eigene Kosten. Das folgende Foto wurde vom Malseinerbauern PEER auf einer photographischen Glasplatte festgehalten und wurde am Gründungstag vor dem Gasthof Bendelstein aufgenommen.

Hintere Reihe von links: Rudolf RUECH, HÖRTNAGL (Platzer), Johann SPÖRR (Penze), Johann ÖTTL (Huisn), Johann SPÖRR (Zeiner), ? Spörrnknecht, Hilbling (Roate), Josef HALLER (oberer HALLER), Heinrich SCHAFFERER (Moar Harstl)

Vordere Reihe von links: Johann HÖRTNAGL (Muchn Hans), Alois SCHAFFERER (Moar Harstl), Alois STRICKNER (Saxer), Josef PEER (Fidler), Alois KNOFLACH (Ruepeller), Rudolf SPÖRR (Seaper), Johann ZACH (Zache), Johann ÖTTL (Huise)

Liegend von links: Josef SCHAFFERER (Moar Harstl) und Ander SPÖRR (Schlosserhütte)

Im gleichen Jahr entstand das erste Gemeinschaftsfoto der Feuerwehr Steinach, welches die versammelte Mannschaft vor dem Gasthof „Wilder Mann“ zeigt.

1909 berichtete Feuerwehrhauptmann Hermann HÖRTNAGL bei der Generalversammlung, dass auf dem Bezirksgautag in Gries bekanntgegeben wurde, dass im Falle eines Brandes uniformierte Feuerwehrmänner kostenlos mit der Bahn zum Brandplatz fahren können, ebenso seien Telefone und Telegraphen in diesem Falle kostenlos. 1911 wurde bei der Generalversammlung beschlossen, in Zukunft die Feuerwehrübungen nicht mehr am Sonntag, sondern am Samstag abends abzuhalten. 1912 war die Generalversammlung äußerst schlecht besucht, weswegen eine außerordentliche Generalversammlung am 18. Februar 1912 im Gasthof „Wilder Mann“ abgehalten wurde. Der Besuch dieser Generalversammlung war viel besser, weil wie die Chronik vermerkt, 48 Mann anwesend waren. Dabei stellte der Kommandant Hermann HÖRTNAGL seinen Männern die Rute ins Fenster indem er verlangte, dass Übungen und Veranstaltungen wieder viel besser besucht werden müssen, ansonsten er für eine Wiederwahl nicht mehr zur Verfügung stehen werde.
Im Sommer 1914 brach der erste Weltkrieg aus. Von da an waren auch die alljährlichen Versammlungen unterbrochen worden und es existieren kaum Aufzeichnungen über die Ereignisse während der Kriegsjahre. 1915 brannte das Carbidwerk in Deutsch-Matrei. In einem Schreiben, datiert vom 03. August 1915, bedankte sich die Leitung des Carbidwerkes bei der Freiwilligen Feuerwehr Steinach für die tatkräftige Hilfe, durch die ein weiteres Ausbreiten des großen Brandes im Werk verhindert wurde. 1916 wurden bei einem Großbrand in Deutsch-Matrei insgesamt 67 Häuser vollständig eingeäschert. Die Steinacher Feuerwehr war mit all ihren Kräften und Geräten im Einsatz. Dafür wurde ihr der Dank der Marktgemeinde Matrei und der Bezirkshauptmannschaft Innsbruck schriftlich ausgedrückt.
Die erste Niederschrift über eine Generalversammlung nach dem Krieg ist mit 19. Jänner 1919 datiert. Bei der damaligen Generalversammlung unter dem Kommandanten HÖRTNAGL im „Steinbock“ waren aber nur mehr 29 Feuerwehrmänner anwesend. Der Krieg und die italienische Besatzung hatten ihre Reihen sehr geschlichtet. Dabei gerieten viel Gerät, insbesondere Schläuche, in Verlust und kein einziger Hydrantenschlüssel war mehr vorhanden. Bei dieser Generalversammlung wurde die Neubeschaffung dieser Gerätschaften beschlossen. 1920 erschienen zur Generalversammlung trotz eines Mitgliederstandes von 120 Kameraden nur zehn Männer. Nach dem Bericht des Schriftführers über diese Versammlung berichtete Feuerwehrkommandant Hermann HÖRTNAGL von den für die Feuerwehr schwierigen Zeiten der letzten Jahre. Darüber steht im Protokoll wörtlich: „Das passive Verhalten der Feuerwehr und die Nichtabhaltungen von Übungen ist darauf zurückzuführen, dass sich die Leute der italienischen Besatzung über den Ausbildungsstand lustig machten und es wirklich auch sehr unangenehm wäre, die Witze der Besatzungstruppen zu hören. Es konnten vielleicht Reibereien zwischen Feuerwehrmännern und Soldaten entstehen, die oftmals einen üblen Ausgang haben könnten.“ Die Versammlung beschloss 130 Stück angebotener ungarischer Artillerie-Waffenröcke zu einem Preis von nur 60 Kronen anzukaufen, da sich diese als Feuerwehrröcke gut eignen würden. Weiters hieß es da, dass Schuhe, von der Demobilisierung stammend, in nächster Zeit sehr billig zu haben sein werden. Für die Feuerwehr begann damit wieder ein neuer Abschnitt, zu dem der Kommandant alle Mitglieder zu fleißiger Mitarbeit aufrief. 1922 waren bei der Generalversammlung immerhin 20 Mann anwesend, Kommandant Hermann HÖRTNAGL berichtete von einem Mitgliederstand von 115 Männern, von denen zwar einige ausgetreten, jedoch 35 Männer neu dazugekommen seien. 1923 am 9. April ereignete sich in Steinach ein Großbrand, bei dem die Futterställe und Städel des Johann HOLZMANN, des Hoferbauern WIESER und des Georg HOLZMANN sowie Wohnhaus und Stall des Franz PARDELLER (Pinter) vollständig ausbrannten. Das Feuer brach um die Mittagszeit in der Tenne des Johann HOLZMANN durch einen schadhaften Motor aus, breitete sich infolge starken Südwindes rasch aus und griff auf den großen Gebäudekomplex des Hotels Steinbock über. Um 15.00 Uhr am Nachmittag stürzte die Decke des großen Speisesaals ein und nur mehr die Außenmauern des Gebäudes blieben stehen.

Das Haus des Gemeindesekretärs SCHMID konnte gerettet werden, obwohl auch dort bereits der Dachstuhl brannte. Alle Feuerwehren der ganzen Umgebung waren im Einsatz, aber erst als die große Dampfspritze der Innsbrucker Feuerwehr, welche auf der Bahn antransportiert wurde, eingreifen konnte, gelang es den Brand gegen Abend zu löschen. Im gleichen Jahr gab es noch mehrere andere Einsätze, so dass Landeshauptmann Dr. NIEDERWIESER der Feuerwehr Steinach ihren Dank für den opfervollen Einsatz aussprachen.

1924 hielt die Freiwillige Feuerwehr Steinach insgesamt 9 Übungen ab. Am 28. September beteiligte sich die Feuerwehr mit einem Fackelzug bei der Einweihung des Kriegerdenkmals vor dem Gendarmerieposten. Weiters wurde anlässlich des Bezirksfeuerwehrtages eine Bezirksübung mit fünf Nachbarwehren und der 1. Kompanie der Innsbrucker Feuerwehr mit der Motorspritze durchgeführt. zu dieser Übung stand anschließend in der Zeitung folgender Artikel zu lesen:

1926 berichtet der Kassier in der Jahreshauptversammlung über einen Kassenaktivstand von 3.704,64 Schilling. Nach dem Ende der Kriegsinflation wurde am 01. Jänner 1926 die Schillingwährung eingeführt und ein Schilling entsprach bisherigen 10.000 Kronen. In diesem Jahr wurde auch die Anschaffung einer Feuerwehrsirene beschlossen und zu deren Bezahlung die Gemeinde ersucht. Ein vom Bezirksfeuerwehrkommando zugesandter Fragebogen wurde von der Freiwilligen Feuerwehr Steinach wie folgt ausgefüllt:

1927 am 24. September hatten die gesamte Mannschaft der Freiwilligen Feuerwehr Steinach und viele freiwilligen Helfer Großeinsatz, nachdem der reißende Gschnitzbach alle Brücken zwischen Gschnitz und Steinach weggerissen hatte. An manchen Stellen dehnte sich das Bachbett auf das dreifache seiner normalen Größe aus und an Wald und Fluren entstand großer Schaden. Am 10. November wurde der Gschnitzbach neuerlich zum reißenden Fluss, jedoch hielten sich diesmal die Schäden in Grenzen. 1929 am 11. August, einem Sonntag, brach gegen 14 Uhr in Siegreith ein Brand aus, der die beiden zusammengebauten Häuser der Familien SCHWARZ und JENEWEIN bis auf die Grundmauern einäscherte. Beide Häuser waren zum Großteil aus Holz gebaut und so konnte von der Feuerwehr außer einigem Hausrat nichts mehr gerettet werden. Wie von der Brandermittlungskommission danach festgestellt wurde, war der Brand durch Brandstiftung entstanden. Die Täterin konnte ausgeforscht werden, als Tatmotiv wurde versuchter Versicherungsbetrug ermittelt. Sie wurde zu fünf Jahren Kerker verurteilt. 1930 am 16. Juli in der Nacht brannte der Steidlhof in Steinach zur Gänze ab. 1931 am 11. Jänner wurde in der Generalversammlung der Beschluss gefasst, in Zukunft die Generalversammlung jeweils am Sonntag nach dem Florianitag mit Kirchenparade und Musik abzuhalten.

1932 wurde über Anregung des Kommandanten Hermann HÖRTNAGL einstimmig beschlossen, eine Motorspritze anzukaufen. In der Folge meldeten sich fünf Wehrmänner um an einem Motorspritzenkurs teilzunehmen. Am 30. Oktober 1932 wurde die neue Gerätehalle und die Motorspritze feierlich eingeweiht. Der Bau dieser Gerätehalle war bereits 1925 ins Auge gefasst worden, jedoch verhinderten Wirtschaftskrise, Rückgang des Fremdenverkehrs und die große Arbeitslosigkeit eine raschere Umsetzung des Planes. Das neue Gerätehaus entstand am Gschnitzbach vor dem Gemeindearmenhaus.

1934 in der Generalversammlung am 6.Mai gab Kommandant Hermann HÖRTNAGL seiner Freude Ausdruck, dass so viele Wehrmänner sich an der Florianifeier beteiligten und er daher hoffe, dass die politische Welle die Feuerwehr veschonen werde (1938 kam es zu bürgerkriegsartigen Zuständen in Österreich, nachdem unter Bundeskanzler Engelbert Dolfuß die sozialdemokratischen Verbände und Vereine aufgelöst wurden). Am 2. Juni 1934 fand eine außerordentliche Generalversammlung im Gasthof Steinbock in Steinach statt. Da bei einer Feuerwehrübung am Pfingstmontag um 10 Uhr nur 24 Feuerwehrmänner anwesend waren und dies einen politischen Hintergrund haben dürfte, vor allem deshalb, weil Kommandant Hermann HÖRTNAGL wiedergewählt worden war, leitete der Obmann des Landesverbandes, SCHERAN, diese Versammlung. Der Kommandant bedauerte, dass nun, nachdem er 26 Jahre lang Kommandant der Steinacher Feuerwehr und seit 46 Jahren bei der Feuerwehr sei, auch die Politik in die Feuerwehr getragen werde. In der von SCHERAN verlangten Debatte kam zur Sprache, dass gewisse Unzufriedenheiten Ursache für die entstandene Opposition seien. Obmann SCHERAN schlug vor, einen jüngeren Kommandanten zu wählen, und mit dem Wahlspruch „Mit dem Rat der Alten und der Tat der Jungen“ wurde mittels Stimmzetteln fast einstimmig Johann GSCHIRR zum neuen Feuerwehrkommandanten gewählt. Nach Dankesworten von SCHERAN an den abtretenden HÖRTNAGL wurde von Franz WESSIACK jun. der Vorschlag gemacht, Hermann HÖRTNAGL auf Grund seiner langjährigen Verdienste zum Ehrenhauptmann zu wählen. Im Protokoll steht dazu wörtlich: „Nun spielten sich Szenen ab, worüber der Chronist anstandshalber schweigt.“ Außer dem Kommandanten wurden an diesem Tag fast alle Funktionen neu gewählt. Am 22. September 1934 wurde Georg HOLZMANN jun. wegen „ungebührlichen Verhaltens und seiner Äußerungen“ bei der Generalversammlung am 02. Juni aus der Feuerwehr ausgeschlossen, zumal er seine Äußerungen weder bedauert noch zurückgenommen hatte. Dem Feuerwehrmann Franz SCHNEIDER wurde wegen seiner Vorwürfe gegenüber dem Feuerwehrkommando, das er als „Nazi-Feuerwehr“ beschimpfte, der Ausschluss angedroht, falls er seine Äußerungen nicht zurücknehme. Im folgenden ist der Brief zu lesen, den Kommandant Hermann HÖRTNAGL nach seiner Abwahl an das neue Kommando der Freiwilligen Feuerwehr Steinach richtete.

Von 22. bis 24. Oktober 1934 absolvierte Karl REINISCH als erster der Freiwilligen Feuerwehr Steinach den Motorspritzen-Maschinisten-Kurs beim Landesfeuerwehrverband mit „Sehr gutem Erfolg“. 1935 an 05. Mai stellte Kommandant Gschirr in der Generalversammlung die Vertrauensfrage, da ein Gemeinderat und Feuerwehrausschussmitglied sich geäußert habe, dass „es nicht angängig sei, dass ein Arbeiter statt eines Bürgers Feuerwehrkommandant sei“. Einstimmig wurde daher GSCHIRR das Vertrauen ausgesprochen.
1938 am 12. März rückte die Deutsche Wehrmacht bis zum Brenner vor und es begann der Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich. In diesem Jahr fand keine Generalversammlung der Feuerwehr statt. Am 14. März brannte am späteren Nachmittag der Gasthof Schützenwirt in Plon ab. 1939 fand am 14. Mai eine Vollversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Steinach im Hotel Rose statt, welche die letzte bis zum Kriegsende 1945 sein sollte. Ende 1939 wurden die Freiwilligen Feuerwehren zur „Hilfspolizei“ übergeführt. Von der neuen Landesregierung wurde Josef KREIDL als „Wehrführer“ (Feuerwehrkommandant) bestellt. Laut Befehl des Feuerwehrkreisführers wurde die Gruppe Stafflach der Feuerwehr Steinach zugeteilt. Da immer mehr Feuerwehrkameraden zum Kriegsdienst eingezogen wurden, lud man die verbliebenen, meistens älteren Jahrgänge immer öfter zu Übungen ein. Ein Nichterscheinen musste dem Bürgermeister, bzw. dem Bezirksfeuerwehrführer gemeldet werden und konnte Strafen nach sich ziehen. In Steinach wurde ein Luftwarnsystem mit Sirenen von der „Technischen Nothilfe“ installiert und an drei Stellen wurden Luftschutzbunker eingerichtet. 1944/45 wurde auch das Wipptal in das Kriegsgeschehen miteinbezogen. Amerikanische Bomber begannen, aus Italien kommend, die Nachschubwege der Deutschen Wehrmacht über den Brenner an die Südfront zu bombardieren. Am 22. März 1945 erlebte Steinach seinen letzten und schwersten Bombenangriff. Dabei wurden die Eisenbahn- und Straßenbrücken zerstört, aber auch viele Häuser und die Feuerwehrhalle. Diese Objekte befanden sich im Nordteil der Ortschaft, nahe den beiden Brücken. Neben den zerstörten 17 Häusern, bzw. 69 Wohnungen wurde auch die Kirche durch Bombensplitter getroffen. Leider mussten auch sechs Tote als Opfer des Bombenangriffes gezählt werden, obwohl die meisten Bewohner durch rechtzeitigen Fliegeralarm in die Luftschutzbunker und angrenzenden Wälder flüchten konnten. Viele Ausrüstungsgegenstände, Spritzen und Geräte fielen den Bomben zum Opfer. Binnen einer Woche konnten die wenigen heil gebliebenen Gegenstände in einem rasch erbauten, auf die Kellerdecke des zerstörten Gerätehauses gestellten Holzschuppen verwahrt werden. Ein Teil der Gerätschaft konnte so vor Regen und Schnee geschützt werden.

Eine von der amerikanischen Besatzung eingesetzte Gemeindeverwaltung unter prov. Bürgermeister Thomas MÖLGG, versuchte wenige Tage nach Kriegsende mit etlichen Männern, wo es möglich war Reparaturen an beschädigten Feuerwehrsachen vorzunehmen und einen provisorischen Feuerwehrausschuss aufzustellen. Jedoch erst unter Bürgermeister Franz WESSIACK, vom französischen Ortskommandanten eingesetzt, konnte mit dem alten Feuerwehrkommandanten Josef KREIDL zur Reorganisation der Freiwilligen Feuerwehr Steinach geschritten werden.
Die Feuerwehr Steinach – 1945 bis 2000 Nach dem Krieg erhielt die Feuerwehr Steinach aus Wehrmachtbeständen ihr erstes Feuerwehrauto, einen grün lackierten Mercedes L 1500 S, Baujahr 1943. Das Fahrzeug wurde nach 1970 noch rot umgespritzt und nach seiner Ausscheidung von der Familie RIMML in Steinach gekauft, wo es über viele Jahre im Garten stand. Dort wurde es von einem deutschen Feuerwehrkameraden eines Tages entdeckt. Dieser kaufte das Fahrzeug und ließ es von einer Spedition nach Deutschland bringen, wo er es in über 2000 Arbeitsstunden liebevoll restaurierte.

Heute läuft das erste Steinacher Feuerwehrauto als Oldtimer bei der freiwilligen Feuerwehr Eilendorf bei Aachen in Deutschland.

1946 am 15. Dezember wurde die erste Generalversammlung nach dem Kriege im Hotel Wilder Mann abgehalten. Das Protokoll dieser Versammlung war das Erste seit 1939. Der einzige Punkt der Tagesordnung war die Wahl sämtlicher Funktionäre. Den Wahlvorsitz führte Bezirkskommandant Roman SCHERAN. Über einstimmigen Beschluss aller Anwesenden wurde die Wahl durch Zuruf abgeführt. Bei dieser Wahl ging Erich HÖRTNAGL, Hotel Wilder Mann, als Feuerwehrkommandant und Josef KREIDL als sein Stellvertreter hervor. Alle anderen Funktionen wurden neu besetzt. 1948 wurde mit finanzieller Hilfe der Gemeinde Stoff für neue Uniformen gekauft und von Schneidermeister Josef MUIGG wurden daraus 27 Blusen und 78 Mützen gefertigt, womit der Uniformmangel behoben werden konnte. 1949 kam es infolge eines Böllerschießens am Kalvarienberg zu einem Dachstuhlbrand des Kirchleins, bei dem durch den raschen Feuerwehreinsatz zwar der Schaden minimiert werden konnte, jedoch das Dach und der Turm schwer beschädigt wurden. Am 18. September 1949 sollte in Steinach eine Feuerwehrübung durchgeführt werden, zu der auch ein Probealarm mittels Sirene gegeben wurde. Zu dieser Übung erschien nur eine Hydrantengruppe und mit einem Handfeuerlöschwagen konnte überhaupt nicht ausgerückt werden. Bei der anschließenden Übungsbesprechung wurde der Feuerwehführung vorgeworfen, durch falsche Methoden den Missmut und das Versagen der Feuerwehr heraufbeschworen zu haben. Daraufhin beschloss der Ausschuss zurückzutreten und Kommandant HÖRTNAGL teilte das dem Bürgermeister mit. Bürgermeister Franz WESSIACK setzte daraufhin eine außerordentliche Vollversammlung für den 02. November an, zu der Feuerwehrkameraden und alle Hausbesitzer in Steinach geladen wurden. Von insgesamt 160 Geladenen erschienen lediglich 62 Personen. Im Beisein des Bezirksfeuerwehrkommandanten berichtete der Bürgermeister der Versammlung von den Ereignissen der vergangenen Tage und Wochen und betonte, dass durch das Ausschalten jeglicher Parteipolitik in den vergangenen Jahren viel Ersprießliches geleistet wurde. Er bat auch darum, dass man mit neuem Schwung wieder an die Arbeit gehen möge. Bezirkskommandant SCHERAN erläuterte, falls es wirklich nicht möglich sei für Steinach die Freiwillige Feuerwehr zu erhalten, man an die Aufstellung einer Pflichtfeuerwehr denken müsse, welche für die Ortsgröße von Steinach eine Mindestgröße von 42 Wehrmännern umfassen müsse. Nach einer längeren Debatte und einem Aufruf des Bürgermeisters erklärten sich 46 Männer bereit, als aktive Wehrmänner der Freiwilligen Feuerwehr Steinach beizutreten. Daraufhin schritt man zur Wahl neuer Funktionäre. Vier Männer, welche zur Funktion des neuen Kommandanten vorgeschlagen wurden, lehnten ab und nach weiteren Voschlägen wurde in geheimer Wahl Alois PLANK mit großer Stimmenmehrheit zum neuen Kommandanten gewählt. Als sein Stellvertreter ging Johann PENZ und als Kassier Emil PRIMUS aus der Wahl hervor. Am Ende dieser zuletzt erfolgreichen Versammlung wurde an die Gemeinde der einstimmige Beschluss gerichtet, Hausbesitzer, welche grundlos von der Feuerwehrversammlung fern bleiben, mit einer jährlichen Abschlagszahlung von 50 Schilling zu belasten. 1950 am 15. März wurde die Feuerwehr Stafflach, die seit Kriegsende selbständig war, auf Wunsch der Bevölkerung als 7. Gruppe der Freiwilligen Feuerwehr Steinach angeschlossen. Von da an standen auch die Gruppe aus Puig und der Zug Mauern unter einheitlichem Kommando der Freiwilligen Feuerwehr Steinach. Immer lauter wurde nun auch der Ruf nach einem neuen Feuerwehrhaus um endlich auch alle Geräte an einem Ort verwahren zu können. Von der Gemeinde wurde dann das bombenbeschädigte Reimairhaus an der Sillbrücke gekauft und im Jahr 1951 konnte mit dem Rohbau begonnen werden. Bis zur Fertigstellung des Baues vergingen aber noch weitere zwei Jahre, da inzwischen die neue Volks- und Hauptschule gebaut werden musste.

1953 am 19. Juli wurde das neue Feuerwehrgerätehaus feierlich eingeweiht und die vom Bildhauer Josef STAUD geschaffene Florianstatue enthüllt. Dieses Fest fiel zeitgleich mit dem 75-jährigen Gründungsfest der Freiwilligen Feuerwehr Steinach zusammen. Die Feierlichkeiten, die zwei Tage lang dauerten, waren aber von sehr schlechtem und kaltem Wetter überschattet, weshalb die Einweihung vom Kirchplatz in die Gerätehalle verlegt und geplante Schauübungen entfallen mussten. Dennoch konnte der gerade neu gewählte Kassier, Ludwig GRATL, einen kleinen Gewinn in der Kameradschaftskasse verzeichnen. 1954 am Florianitag wurde das Gerätehaus in Mauern eröffnet. Dieses wurde an die bestehende Kapelle angebaut und wurde von den Hausbesitzern in Mauern in freiwilligen Arbeitschichten errichtet. 1956 war der Einsatz der Freiwilligen Feuerwehr zwischen 12. und 19. Februar laufend erforderlich, weil wegen der eisigen Kälte die Sill und der Gschnitzbach total zufroren, das Wasser sich immer wieder neu aufstaute und große Eisschollen bildete, die Wege überflutete und in zahlreichen Kellern eindrang. 1958 am 4. Mai wurde die Florianifeier in der Fraktion Tienzens abgehalten und dort gleichzeitig das neue Gerätehaus eingeweiht. Am 22. Juni 1958 wurden in einer würdevollen kirchlichen Feier die neue Motorspritze und das neue Löschfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Steinach eingeweiht. Die Patenschaft für das Fahrzeug wurde von Eleonore HÖRTNAGL und für die Motorspritze von Notburga PITTRACHER übernommen.

1960 wurden bei der Florianifeier am 01. Mai im Hotel Weisses Rössl der langjährige Bürgermeister Franz WESSIACK, der seit mehreren Jahren eifrige Kassier Ludwig GRATL, der frühere Kommandant Josef KREIDL und der Gründer des Löschzuges Stafflach, Johann SPÖRR, zu Ehrenmitgliedern ernannt. Die Ehrendiplome wurden unter großem Beifall aller Anwesenden durch Landesfeuerwehrkommandant-Stellvertreter GLAS aus Seefeld überreicht. 1962 am 13. Mai wurden die schon lange geforderten drei Atemschutzgeräte mit finanzieller Unterstützung der Gemeinde für die Freiwillige Feuerwehr Steinach gekauft. Am 14. Oktober 1962 wurde die Fahne der Freiwilligen Feuerwehr eingeweiht.

Es war bereits seit langem die Idee des Kassiers Ludwig GRATL, für die Steinacher Wehr eine Fahne zu kaufen, wie sie die Musikkapelle, die Schützen und die Veteranen seit langem besaßen. Nur langsam und nach viel Debatten pro und kontra – in der Zwischenzeit waren fast zwei Jahre vergangen – konnte die Idee von GRATL verwirklicht werden. Im März 1960 wurde Ludwig GRATL für seine eifrige Tätigkeit zum Ehrenmitglied der Freiwilligen Feuerwehr Steinach ernannt und 1970 wurde ihm vom Landesfeuerwehrkommandant-Stellvertreter Hermann PARTL das Verdienstzeichen des Landesfeuerwehrverbandes verliehen. Die Patenschaft für die Fahne übernahm Frau Maria Holzmann, die Wirtin des Hotels Rose. 1963 wurde am 23. Mai dank der Spendenfreudigkeit der Stafflacher und Wolfer Bevölkerung eine neue, für die Fraktion Stafflach bestimmte Motorspritze eingeweiht. 1965 wurde an Kommandant Heinz ELLER vom Bundespräsidenten das silberne Verdienstkreuz der Republik Österreich verliehen. 1966 wurde die Freiwillige Feuerwehr Steinach zur Stützpunktfeuerwehr für den Abschnitt Wipptal erhoben und erhielt eine noch bessere Ausrüstung. 1967 im Frühsommer kam es zu Hochwasser in Folge schwerer Gewitter und gleichzeitiger, rascher Schneeschmelze auf den Mädern in Mauern unterhalb des Bendelsteines. Das „Geirlerbachl“ trat über seine Ufer und überschwemmte mit viel Geröll und Sand die Straße nach Mauern und sogar den Bahndamm und die Geleise, sodass der Bahnverkehr zeitweise eingestellt werden musste. 1970 am 10. Mai wurde bei der Jahreshauptversammlung Ing. Karl HÖRTNAGL zum neuen Kommandanten und Anton PENZ zum Stellvertreter gewählt, nachdem Heinz ELLER eine Wiederwahl aus gesundheitlichen Gründen ablehnte. Im gleichen Jahr sammelte die Gruppe aus Stafflach Geld für den Ankauf eines eigenen Feuerwehrfahrzeuges. Kurz danach wurde ein Feuerwehr-LKW, Opel Blitz (Baujahr um 1950) gekauft, der im selben Jahr noch eingeweiht wurde.

1971 am 23. April brach in den späten Abendstunden in der Veranda des Cafés „Claudia“ ein Brand aus, der wegen der Holzbauweise des Gebäudes und der Lage im verbauten Gebiet für die ganze Umgebung hätte gefährlich werden können. Bei den Löscharbeiten kamen auch die Atemschutzgeräte zum Einsatz. Am 21. November 1971 brannte das Bauernhaus des „Wetzstein Ander “ in Tienzens Nr. 30 zur Gänze ab. 1976 am Florianitag wurde das umgebaute und vergrößerte Gerätehaus des Zuges Mauern feierlich eingeweiht. 1977 wurde am 03. Juli das neue Tanklöschfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Steinach eingeweiht. Die Patenschaft für das Fahrzeug, das immer noch im Einsatz steht, wurde von Notburga NAGELE übernommen. 1978 am 18. März, bei der Jahreshauptversammlung, legte Kommandant Ing. Karl HÖRTNAGL seine Stelle aus Altersgründen zurück. Sein bisheriger Stellvertreter, Anton PENZ, wurde fast einstimmig zum neuen Kommandanten gewählt. Gleichzeitig wurde Ing. Karl HÖRTNAGL zum Ehrenmitglied der Freiwilligen Feuerwehr Steinach ernannt. Am 01. Juli wurde mit einem großen Festakt das 100-Jahr Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Steinach gefeiert. An diesem Tag wies die Wehr den folgenden Stand auf: 175 aktive und 42 Reserve-Wehrmänner, vier Kleinlösch- und ein Tanklöschfahrzeug. Somit konnte die Freiwillige Feuerwehr Steinach im Jubeljahr auf einen sehr guten Personal- und Ausrüstungsstand blicken. 1979 am 04. Juni wurde das neue Gerätehaus in der Fraktion Stafflach eingeweiht. Am 24. Juni wurde die Weihe des neuen Kleinlöschfahrzeuges für den Zug Mauern im Rahmen einer großen Feier vorgenommen. Das bisher dort stationierte KLF wurde der Gruppe Stafflach überlassen. Im gleichen Jahr wurde auch der Feuernotruf 122 eingerichtet, über den in Zukunft alle Feuerwehren alarmiert werden konnten. 1980 wurde eine Jugendgruppe aufgestellt, zu der sich zwölf Mann meldeten. Dem neuen Feuerwehrarzt Dr. Hannes HOLZMEISTER wurde vom Landesfeuerwehrkommandanten Hermann PARTL die Ernennungsurkunde in feierlicher Form überreicht. Weiters wurde eine Atemschutzgruppe aufgestellt und die notwendigen Schulungen durchgeführt. Die Feuerwehrmänner Franz REINISCH und Johann LUTZ erwarben das Goldene Feuerwehrleistungsabzeichen bei der Prüfung in der Landesfeuerwehrschule in Innsbruck. 1983 am 19. Juni wurde das erste Rüstfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Steinach eingeweiht. Durch die vermehrte Zunahme des Schwerlastverkehrs, besonders auf der Brennerautobahn, war der Einsatz eines großen Rüstwagens für den Abschnitt Wipptal notwendig geworden. Die Bereitstellung eines solchen „Schweren Rüstfahrzeuges (SRF)“ wurde durch den Landesfeuerwehrverband beschlossen und Steinach als Standort festgelegt. Die Gattin des Bürgermeisters, Otilia REIMEIR und die Gattin des Obermaschinisten, Wilma STOCKAMMER, übernahmen die Patenschaft für das Fahrzeug. Bei dieser Gelegenheit wurde auch Landesfeuerwehrkommandant Hermann PARTL zum Ehrenmitglied der Freiwilligen Feuerwehr Steinach ernannt.

Der Rüst Steinach (alt) war ein STEYR 791/195, Bj. 1983, 195 PS, Allrad. Er wurde noch bis 2003 gemeinsam mit dem neuen STEYR 18 S, mit 280 PS, Allrad und Automatik eingesetzt. Das alte Rüstfahrzeug wurde ebenso wie der STEYR 18 S aus Mitteln des Katastrophenfonds des Landes Tirol finanziert. Am 16. Juli 1983 wurde Franz REINISCH, Kommandant-Stellvertreter der Freiwilligen Feuerwehr Steinach, zum Abschnittskommandanten für den Bereich Wipptal gewählt, und löste damit den bisherigen Abschnittskommandanten, Franz AUER, ab. Am 13. Oktober 1983 wurder der Steinacher Pfarrer Albert MOSER von Landeskommandant Hermann PARTL zum Feuerwehr-Kuraten bestellt und in einer kleinen Feier geehrt.

1984 kam es im Einvernehmen mit der Gemeinde Steinach zur Bestellung einer großen Drehleiter, deren Auslieferung vom Werk in Karlsruhe (D) im Frühjahr 1985 vorgesehen war. Im gleichen Jahr wurden zehn Piepser angekauft, sodass eine rasche Alarmierung ohne Einsatz der Sirenen möglich wurde. Obermaschinist Herbert NAGELE wurde auf Grund seiner langjährigen Arbeiten und Verdienste für das Steinacher Feuerwehrwesen zum Ehrenmitglied ernannt und Dipl. Ing. Bernhard FELDER erwarb das Goldene Leistungsabzeichen an der Feuerwehrschule. 1985 am 21. Juli wurde im feierlichen Rahmen die Drehleiter der Freiwilligen Feuerwehr Steinach eingeweiht, die Patenschaft übernahmen die Gattin des Bürgermeisters, Renate RAUCH und die Frau von Gruppenkommandant Oswald TRIENDL, Christl TRIENDL. Im gleichen Jahr, am 26. September entgleiste bei St. Jodok ein Güterzug, welcher gefährliche Stoffe geladen hatte, die zudem auch noch austraten. Ein Kesselwagon musste abgedichtet und die Flüssigkeit umgepumpt werden. 1986 am 24. Jänner, bei der Jahreshauptversammlung, legte der von seiner Krankheit bereits schwer gezeichnete Kommandant Anton PENZ aus Altersgründen seine Funktion zurück. An seine Stelle wurde sein bisheriger Stellvertreter und Abschnittskommandant für das Wipptal, Franz REINISCH gewählt. Anton PENZ war 30 Jahre lang Feuerwehrwehrmann, davon acht Jahre Kommandant bei der Freiwilligen Feuerwehr Steinach. Bei dieser Wahl wurden sämtliche Funktionen neu besetzt. Josef SPÖRR wurde an Stelle von Franz REINISCH zum Kommandant-Stellvertreter gewählt und Karl MAIR löste den bisherigen Kassier Anton FELLINGER, sowie Erich PEER – den Schriftführer von Johann GATT – ab. Anton PENZ starb am 20. Juni 1986. 1987 am Florianisonntag spät abends stürzte ein vollbeladener Fernlaster von der Luegbrücke der Brennerautobahn 30 Meter in die Tiefe, wo er in unwegsamen und steilen Gelände brennend liegen blieb. Der Fahrer konnte schwer verletzt aber lebend von der Feuerwehr geborgen und der Brand des Fahrzeuges gelöscht werden. Am 03. Oktober 1987 wurde am Gendarmerieposten in Steinach die Funkalarmierung (Sirenen und Piepser) eingerichtet und im Rahmen einer gemeinsamen Feier von Feuerwehr und Gendarmerie eingeweiht. Gleichzeitig wurde der Feuerwehrnotruf 122 für das gesamte Wipptal und seine Seitentäler zum Gendarmerieposten Steinach geschaltet, so dass von dort im Einsatzfall sofort die zuständige Feuerwehr alarmiert werden konnte.

1989 am 12. Mai hatte die Freiwillige Feuerwehr Steinach gemeinsam mit anderen Wehren des oberen Wipptales und aus Südtirol einen gefährlichen und äußerst schwierigen Einsatz zu bewältigen. Im Grenztunnel der Brennerautobahn, Fahrtrichtung Italien – jedoch noch auf italienischem Gebiet – kam es bei Bauarbeiten zu einer heftigen Gasexplosion, welche einen Großbrand im Tunnel zur Folge hatte. Dabei verbrannten zwei italienische Arbeiter, während elf weitere schwer verletzt dem Inferno entkamen. Dichte Rauchwolken drangen stundenlang aus der Tunnelröhre. Alle Maschinen und Geräte im Tunnel sowie auch die gesamte Tunnelverkleidung verbrannten. Bis zur Wiederinbetriebnahme der gesperrten Tunnelröhre vergingen Wochen.

1989 am 11. August wurde im Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Steinach, oberhalb der Fahrzeughalle, der Schulungsraum eröffnet. Die finanziellen Kosten wurden zum Großteil von der Gemeinde Steinach getragen, jedoch muss auch angemerkt werden, dass die Eigenleistung der Feuerwehrkameraden zur Schaffung des Schulungsraumes über 400 Stunden betrug. 1990 erwarb Thomas TRIENDL das Goldene Leistungsabzeichen an der Landesfeuerwehrschule in Innsbruck. 1991 am 24. August brach gegen ein Uhr früh im zweiten Werk der Spinnerei Matrei der bisher größte Brand in diesem Jahr in Tirol aus. Dabei wurden 450 Tonnen gepresste Baumwolle und die Lagerhalle eingeäschert. Die Freiwillige Feuerwehr Steinach war zu diesem Brand mit drei Fahrzeugen ausgerückt und unterstützte die Feuerwehren von Matrei und Umgebung. Dieser Brand war nur einer von vier, allerdings kleineren Bränden im selben Jahr in der Spinnerei Matrei. 1992 am 21. Juni wurde die „Pumpe 1 Steinach“, ein Mercedes Benz 8/17 eingeweiht. Fahrzeugpatinnen waren Berta MELLAUNER und Erika MAIR. Am 28. Oktober brannte das Sägewerk Pranger in Gschnitz ab. Die Freiwillige Feuerwehr Steinach rückte zu diesem Einsatz mit allen Fahrzeugen und 30 Mann aus. Wie sich im Zuge der Erhebungen herausstellte, handelte es sich um Brandstiftung, jedoch konnte der Täter nicht ausgeforscht werden. Im gleichen Jahr erwarb Paul GRATL das Goldene Leistungsabzeichen an der Feuerwehrschule in Innsbruck. 1993 am 09. Jänner bei der Jahreshauptversammlung wurden Kommandant Franz REINISCH und Kommandant-Stellvertreter Josef SPÖRR bei der Wahl in ihren Funktionen bestätigt. Schriftführer Erich PEER und Kassier Karl MAIR standen für diese Funktionen nicht mehr zur Verfügung. Für sie kamen Johann HAUSER als Kassier und Burkhard KREUTZ als Schriftführer, die beide einstimmig gewählt wurden. Beide üben ihre Funktionen bis zum heutigen Tage aus. Am 11. Juni 1993 um 05.40 Uhr rückte die Feuerwehr Steinach zu einem Verkehrsunfall auf der Brennerbundesstraße in Steinach aus, bei dem zwei deutsche Touristen getötet wurden. Der Lenker, der vermutlich eingeschlafen war, prallte mit seinem PKW frontal gegen die Hausmauer des Fiedlerhauses. Am 27. Juni wurde die Ziegler-Motorspritze feierlich eingeweiht. Die Patenschaft wurde von Erika PEER aus Mauern übernommen. 1994 im April brach auch für die Feuerwehr Steinach das Computerzeitalter an. Ein Computer mit einem entsprechenden Datenverarbeitungsprogramm für Feuerwehrereinsätze wurde angekauft und stand fortan dem Kommandanten für die Erledigung seiner schriftlichen Aufgaben zur Verfügung. 1995 am 15. April verlieh Bezirkskommandant Hermann PARTL das Verdienstzeichen des Landesfeuerwehrverbandes Tirol an Obermaschinist und Zugskommandanten Alois PAPES. Am 20. Juni stürzten die Feuerwehrkameraden Johann ISSER und Gerätewart Paul GRATL mit einer Zugmaschine im Padastertal ab und erlitten tödliche Verletzungen. Die Feuerwehr rückte zu diesem Unfall mit 15 Mann und drei Fahrzeugen aus, um die Unfallstelle auszuleuchten und in weiterer Folge die toten Kameraden zu bergen. An der Beerdigung der beiden, die unter großer Anteilnahme der Bevölkerung stattfand, nahmen 100 Feuerwehrkameraden teil. 1995 am 23. Oktober um 14.50 Uhr brach in Steinach in der Tischlerei Pardeller ein Großbrand aus, der den gesamten Betrieb bis auf den Bürotrakt fast zur Gänze vernichtete. Die Feuerwehr Steinach rückte mit allen Fahrzeugen und 63 Mann zu diesem Brand aus. Zusätzliche Unterstützung leisteten die Feuerwehren von Matrei, Mühlbachl, Gries, Pfons, Außernavis und Trins. Insgesamt waren 207 Mann im Einsatz. Der Brand brach im Spänesilo des Betriebes aus, wo sich infolge eines undichten Ventilatorgebläses Sägespäne entzündeten. Zwischen dem Silo und der Betriebshalle waren zwar die erforderlichen Brandschutzeinrichtungen angebracht, jedoch gelangten brennende Späne über etwa zwei faustgroße Löcher in die Zwischendecke der 3000 m² großen Betriebshalle und führten dort zum Brandausbruch. Die Feuermeldeanlagen des Betriebes sprachen zwar sofort an und die Feuerwehren waren auch binnen kürzester Zeit am Brandort, dennoch konnte der Betrieb nicht mehr gerettet werden. Dieser Brand, welcher 1995 der größte im Land Tirol war, verursachte einen Schaden von 120 Millionen Schilling. 1996 am 08. April um 06.30 Uhr musste die Freiwillige Feuerwehr Steinach nach einem Verkehrsunfall beim Wipptalerhof auf der Brennerautobahn, Fahrtrichtung Brenner, zwei Schwerverletzte und zwei Tote mit der Bergeschere aus einem PKW- Wrack herausschneiden. Am 21. Mai um 02.00 Uhr brannte das Sägewerk Panger in Gschnitz neuerlich ab. Wiederum war Brandstiftung die Ursache und wiedereinmal konnte der Täter nicht ausgeforscht werden. Die Freiwillige Feuerwehr Steinach rückte zu diesesm Brand mit vier Fahrzeugen und 17 Mann aus, um die Freiwillige Feuerwehr Gschnitz zu unterstützen. Am 18. August, um 19.25 Uhr, brannte die Hofer- Alm im Padastertal ab. Bei der Brandbekämpfung wurde die Feuerwehr Steinach von der Feuerwehr Matrei unterstützt. 1997 am 04. August musste die Freiwillige Feuerwehr Steinach am LKW-Terminalparkplatz in Brennersee nach einem Auffahrunfall zwei Tote mit der Bergeschere aus einem LKW-Führerhaus herausschneiden. In der Ausschusssitzung am 14. Oktober sprach Kommandant Franz REINISCH Probleme bei der Abwicklung von Gruppenproben an. Daher solle es in Zukunft gruppenintern nur mehr Geräteschulungen, ansonsten aber dreimal im Frühjahr und dreimal im Herbst Gemeinschaftsübungen geben. Die erste solle in der Aprilwoche 1998 stattfinden. Aus Mitteln des Katastrophenfonds des Landes wurde im Oktober ein Löschwasser-Faltbehälter für Löscheinsätze, welche mit dem Hubschrauber durchgeführt werden, an die Freiwillige Feuerwehr Steinach für den Abschnitt Wipptal übergeben. Am 14. Dezember musste die Feuerwehr zu einem Arbeitsunfall in der Steinacher Trinserstraße ausrücken. Der Wirt war mit einem Arm in einer Teigknetmaschine eingeklemmt worden und musste mit der Bergeschere aus seiner Lage befreit werden. 1998 am 03. Februar wurde von der Feuerwehr ein Anhänger gekauft, welcher für den Abtransport verschmutzter Schläuche oder den Abtransport von Ölbindemitteln benötigt wird. Am 10. Mai musste die Feuerwehr zu einem Verkehrsunfall auf der Bundesstraße in Wolf ausrücken, bei dem ein amokfahrender Motorradfahrer getötet und ein Gendarm schwer verletzt wurde. Am 21. August wurde Altkommandant Erich HÖRTNAGL beerdigt. Die Freiwillige Feuerwehr Steinach nahm an der Beerdigung teil und trug den Sarg. Am 12. Oktober brannte das Sägewerk Pranger in Gschnitz zum dritten Mal ab. Erneut handelte es sich um Brandstiftung und es gelang wieder nicht den Täter auszuforschen. Die Freiwillige Feuerwehr Steinach rückte mit fast allen Fahrzeugen zu diesem Brand aus und unterstützte die Freiwillige Feuerwehr Gschnitz vor Ort. Am 30 .Oktober wurde in Tulfes durch Landeshauptmann Dr. Wendelin WEINGARTNER die Goldene Ehrennadel für Vereinesobleute an Kommandant Franz REINISCH veliehen. 1999 am 05. September fand die feierliche Einweihung des neuen Kleinlöschfahrzeuges Mercedes Sprinter „Pumpe 2 Steinach“ und der neuen Tragkraftspritze der Marke „Fox“ statt. Anschließend wurde ein Fest im Kurpark abgehalten. Am 07. November brannte das Werk 1 der Spinnerei Matrei bis auf die Grundmauern nieder. Die Freiwillige Feuerwehr Steinach, die um 16.50 Uhr mit Sirene alarmiert wurde, rückte mit allen sieben Fahrzeugen und 42 Mann zum Brand aus und war dort bis 08. November um 14.00 Uhr im Einsatz. Am 14. November brannte es in der Halle der Steinacher Fenster-AG, dem Nachfolgebetrieb der Tischlerei Pardeller. Die Freiwillige Feuerwehr Steinach rückte zu dem Brand, bei dem es sich um Brandstiftung handelte, mit fünf Fahrzeugen und 45 Mann aus. Der Täter konnte rasch ausgeforscht werden und befand sich daraufhin einige Jahre in Haft.
Die Feuerwehr Steinach – 2000 bis heute 2000 am 24. Jänner wurden 30 Stück blaue GoreTex Schutzanzüge mit silbernen Reflektionsstreifen für die Piepsträger der Feuerwehr Steinach bestellt. Dies war der erste Schritt im Rahmen der Umstellung von den bisherigen grünen Einsatzanzügen auf die blauen GoreTex-Schutzanzüge. Am 12. Juni musste die Feuerwehr Steinach eine Wasserleiche aus der Wehranlage des Kraftwerkes vom Sägewerk Reinisch in Steinach bergen. Am 14. September wurde die Feuerwehr Steinach zu einem Verkehrsunfall bei der Hauptmautstelle Schönberg gerufen, wo ein Klein-LKW auf einen stehenden Fernlaster aufgefahren war. Der Fahrer des Klein-LKW, der nur noch tot geborgen werden konnte, musste mit der Bergeschere aus dem Wrack geschnitten werden. 2001 am 27. Mai wurde der 119. Bezirks-Feuerwehrtag in Steinach abgehalten. Die Veranstaltung, zu der ca. 450 Personen kamen, fand im Wipptal-Center statt. Der letzte Bezirksfeuerwehrtag fand im Jahre 1976 in Steinach statt. Am 06. Juni wurde Alt-Kommandant und Ehrenmitglied der Feuerwehr Steinach, Alois PLANK, beerdigt. Am 20. August kam es zu einem Gefahrstoff-Einsatz im Steinacher Klärwerk mit Eisen-tri-clorid. Ca. 10.000 Liter mussten umgepumpt werden. Bei diesem Einsatz wurde die Feuerwehr Steinach von der Landesfeuerwehrschule unterstützt die mit einer Spezialpumpe nach Steinach kam. Dies wurde unter anderem nötig, weil der aggressive Stoff die Pumpe der Feuerwehr stark angriff. Im September musste die Feuerwehr dreimal ausrücken um Wespennester zu entfernen, ein Wespennest hing ausgerechnet an der Florian-Statue am Gerätehaus Steinach. Am 24. November brannte der Bauernhof des Walter PENZ in Mauern. Zur Brandbekämpfung rückte die Freiwillige Feuerwehr Steinach mit allen Fahrzeugen und 60 Mann aus. Unterstützung erhielten sie dabei von den Feuerwehren aus Matrei, Mühlbachl, Pfons, Außernavis, Trins, Vals-St.Jodok, die mit insgesamt 140 Mann zu Hilfe eilten. Leider konnte dadurch der Bauernhof vor den Flammen nicht mehr gerettet werden. 2002 am 16. Oktober, in der Ausschusssitzung, informierte Kommandant Franz REINISCH den Ausschuss, dass im nächsten Jahr das Rüstfahrzeug, welches inzwischen 20 Jahre alt ist, gegen ein neues ausgetauscht werde. Außerdem werde der Freiwilligen Feuerwehr Steinach als Stützpunktfeuerwehr ein Gefahrengutfahrzeug (GGF) zugewiesen werden. 2003 bei der Jahreshauptversammlung legte Kommandant-Stellvertreter Josef SPÖRR sein Amt aus Altersgründen nieder. Bei der Wahl wurde Thomas TRIENDL zum neuen Kommandant-Stellvertreter gewählt. Josef SPÖRR wurde die Ehrenmitgliedschaft der Feuerwehr Steinach verliehen. Am 03. März um 01.30 Uhr verunglückte ein junger Trinser Feuerwehrkamerad mit seinem PKW auf der Brennerbundesstraße in Mühlbachl, als er gegen eine Steinmauer prallte. Für ihn kam leider jede Hilfe zu spät und der Feuerwehr blieb nur noch den Leichnam mit der Bergeschere aus dem Wrack zu schneiden. Am 28. März um 19.45 Uhr stieß ein Fernlaster mit überhöhter Geschwindigkeit im Baustellenbereich der Brennerautobahn A13, Höhe Salfaun, Fahrtrichtung Innsbruck, gegen einen vor ihm fahrenden Fernlaster und stürzte in der Folge von der Autobahn in eine Böschung, wo er nur 50 Meter oberhalb der ersten Häuser zu liegen kam. Die Feuerwehr, welche bei den Berge- und Aufräumarbeiten zu helfen hatte, war bis in die frühen Morgenstunden im Einsatz. Am 27. April um 01.26 Uhr geriet ein polnischer Fernlaster, ebenfalls in einem Baustellenbereich, auf der Autobahn ins Schleudern, durchstieß bei der Velperbrücke das Brückengeländer und stürzte ca. 100 Meter in den Wald hinunter. Die Bergungsarbeiten gestalteten sich als überaus schwierig und dauerten über 16 Stunden, weil erst ein 160- Tonnenkran eigens für die Bergung angefordert werden musste. Glücklicherweise kam der Fahrer, der von der Feuerwehr geborgen wurde wie durch ein Wunder mit nur leichten Verletzungen davon.

Am 26. Juni um 02.12 Uhr wurde die Feuerwehr zum LKW-Verladeteminal am Brenner gerufen, weil dort ein Fernfaher vom Führerhaus eingeklemmt worden war. Leider kam für diesen jede Hilfe zu spät. Während er das Führerhaus hoch geklappt hatte um darunter Arbeiten durchzuführen bemerkte er nicht, dass sich dieses wieder absenkte und ihn in der Folge erdrückte. Der Tote musste mit der Bergeschere aus dem LKW befreit werden. Die Freiwillige Feuerwehr Steinach feierte im Jahr 2003 zudem ihr 125-jähriges Bestehen. Bei den Feierlichkeiten wurde gleichzeitg ein Naßwettbewerb abgehalten. Außerdem wurde ein Gemeinschaftsfoto der Mitglieder aufgenommen.